Weit im Norden, dort, wo schwarze Berge den Himmel berühren und Nebel selbst am hellsten Tag über uralte Ruinen ziehen, lag einst das vergessene
Königreich Lacroix. Es war ein Reich der Ritter, Gelehrten und Hüter alter Geheimnisse.
Doch eines Nachts verschwand das Königreich.
Nicht durch Krieg. Nicht durch Feuer.
Es verschwand, als hätte die Welt beschlossen, seinen Namen zu vergessen.
Nur ein Kind überlebte.
Sein Name war
Cobra de Lacroix.
Er wurde von einem alten Einsiedler tief in den Bergen großgezogen. Niemand wusste, wer seine Eltern gewesen waren. Das Einzige, was sie ihm hinterließen, war ein silbernes Kreuz, um das sich eine bronzene Kobra wand – ein uraltes Zeichen seiner Blutlinie.
Der Einsiedler sprach nur einen einzigen Satz darüber:
"Wenn die Schlange erwacht, wird auch das Königreich zurückkehren."
Mit den Jahren wurde Cobra zu einem außergewöhnlichen Krieger.
Er kämpfte nicht aus Wut, sondern mit Ruhe.
Nicht mit Hast, sondern mit Geduld.
Man sagte, seine Bewegungen seien so lautlos wie eine Schlange im hohen Gras und sein Angriff schneller als ein Blitz.
Wo immer Unschuldige bedroht wurden, tauchte ein Mann mit dem silbernen Kreuz auf. Niemand wusste, woher er kam oder wohin er verschwand.
Bald erzählte man sich Geschichten über ihn.
Manche hielten ihn für einen Ritter.
Andere für einen Geist.
Wieder andere glaubten, er sei der letzte Wächter einer längst vergessenen Welt.
Doch Cobra selbst suchte nur nach einer Antwort:
Warum war ausgerechnet er der Einzige, der überlebt hatte?
Nach vielen Jahren führte ihn seine Reise in eine verlassene Schlucht.
Dort entdeckte er einen gewaltigen Tempel, dessen Eingang von zwei steinernen Schlangen bewacht wurde.
Als Cobra das silberne Kreuz aus seiner Tasche nahm, begann es plötzlich warm zu werden.
Die Augen der Kobra darauf leuchteten bernsteinfarben.
Mit einem tiefen Grollen öffnete sich das uralte Tor.
Im Inneren wartete eine riesige Halle voller zerbrochener Statuen.
In ihrer Mitte stand ein schwarzer Thron.
Darüber schwebte ein Symbol, das exakt seinem Kreuz entsprach.
Doch bevor Cobra den Thron erreichen konnte, erklang eine tiefe Stimme aus der Dunkelheit.
"Du bist später gekommen, als wir gehofft hatten… aber genau rechtzeitig."
Aus den Schatten trat eine Gestalt in derselben Rüstung wie Cobra.
Auf ihrer Brust trug sie das gleiche Kreuz.
Um ihren Hals wand sich dieselbe Kobra.
Der Fremde lächelte.
"Willkommen zu Hause, Bruder."
Cobra griff instinktiv nach seinem Schwert.
Sein Herz schlug schneller.
Er hatte sein ganzes Leben geglaubt, der Letzte seiner Familie zu sein.
Doch nun stand jemand vor ihm, der unmöglich existieren konnte.
In diesem Moment begann das Kreuz in seinen Händen hell zu leuchten.
Die steinernen Wände erzitterten.
Und tief unter dem Tempel erhob sich etwas Gewaltiges aus der Dunkelheit …
Fortsetzung folgt.